FAQ - häufig gestellte Fragen

[es sind immer beide Geschlechter gemeint]

Was ist ein Psychologe? 
Die Psychologie ist eine Wissenschaft, die sich mit dem Verhalten und Erleben des Menschen befasst.
Psychologin wird man durch ein Psychologie-Studium mit Diplom oder Master-Abschluss. Der Titel Psychologe/Psychologin ist geschützt und darf daher nur nach Abschluss eines Studiums gebraucht werden. Das Studium ist Basis für verschiedenartige psychologische Tätigkeiten.

Wie wird man Rechtspsychologe?
Es gibt verschiedene Ausbildungswege:
1. Die Studentin gestaltet bereits ihr Studium im Hinblick auf eine rechtspsychologische Tätigkeit und spezialisiert sich so weit wie möglich während dem Studium.
Nach dem Masterabschluss ist der Ausbildungsweg noch nicht zu Ende. Sie kann sich bei­spielsweise als Psychotherapeutin oder als Gutachterin spezialisieren.
2. Ausgangspunkt ist ein Psychologiestudium ohne besondere Ausrichtung auf die Rechts­psychologie. Danach folgt die Spezialisierung mit weiteren anerkannten spezifischen Aus- und Weiterbildungen.
Ein voll qualifizierter Rechtspsychologe hat den Fachtitel für Rechtspsychologie FSP erlangt.

Was ist ein Fachtitel?
Der Fachtitel FSP entspricht einem eidgenössischen Fachtitel eines gesundheitsrelevanten Fachgebietes, er wird von der FSP verliehen.
Die SGRP bestimmt die Anforderungen, die zur Erlangung des Fachtitels Rechtspsychologie notwendig sind, sie prüft die Bewerbungsdossiers und leitet sie bei positivem Ergebnis an die FSP weiter.
Der Fachtitel beinhaltet eine mindestens fünfjährige praktische Erfahrung sowie ergänzende wissenschaftliche Ausbildungen nach Abschluss des Masters in Psychologie.

Was ist die FSP?
Die Föderation der Schweizer Psychologen ist der Verband aller Psy­cho­logen mit einer Ausbildung auf Hochschulniveau. Sie verleiht unter anderem die Fachtitel und hat eine Verbandsgerichtsbarkeit. Wer FSP-Mitglied werden will, muss Mitglied eines Gliedverbandes sein.
Die SGRP ist ein Gliedverband der FSP.

Was macht ein Rechtspsychologe?
Ein Rechtspsychologe kann sich in verschiedenen Tätigkeitsfeldern im Bereich von Psycho­logie und Recht spezialisieren:
In Begutachtung (z.B. im Straf- oder Zivilrechtlichen Bereich), in Psychotherapie (mit Tätern oder Opfern), Beratung von Institutionen, im Risk-Assessment (Risiko-Einschätzungen), im Bereich der rechtspsychologischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, im Polizeibereich, in der Opferhilfe, der Mediation zwischen Opfern und Tätern, in der Lehre, in der Forschung.
Siehe auch im Porträt.

Was macht ein Rechtspsychologe nicht?
Der Rechtspsychologe ist kein Polizist, kein Jurist und kein Mediziner/Psychiater. Er macht daher keine Ermittlungsarbeit, er ist weder als Ankläger noch als Verteidiger tätig, und er darf keine Medikamente verordnen.

Wo arbeitet ein Rechtspsychologe?
Der Rechtspsychologe arbeitet in einer spezifischen rechtpsychologischen Institution oder in einer privaten Praxis, in einem Gefängnis, in einer Behörde oder in einer forensischen Psychiatrie.

Was ist forensische Psychologie/Psychiatrie?
In der Medizin wird der Begriff Forensik für ein Tätigkeitsfeld im Schnittbereich von Recht und Medi­zin respektive Psychiatrie verwendet.
In der Psychologie hat sich im deutschen Sprachbereich der Begriff Rechtspsychologie eta­bliert. Im englischsprachigen Bereich ist der Begriff forensic psychology üblich.
Die beiden Bereiche – Rechtspsychologie und forensische Psychiatrie – sind nicht deckungs­gleich.

Was ist ein Psychiater?
Ein Psychiater hat Medizin studiert und hat sich danach im Bereich Psychiatrie (medizinische Lehre von den seelischen Störungen resp. Geisteskrankheiten) spezialisiert.

Was ist forensischer Psychiater?
Ein forensischer Psychiater ist im Bereich von Psychiatrie und Recht tätig. Forensik bedeutet Gerichtsmedizin.
Im medizinischen Bereich (FMH) existiert kein dem Fachtitel FSP entsprechender Fach­arzt-Titel, es gibt jedoch einen Schwerpunkttitel forensische Psychiatrie.

Wie wird man forensischer Gutachter, respektive forensischer Psychologe?
Der forensische Psychiater hat sich als forensischer Gutachter weitergebildet, ebenso wie der Fachpsychologe für Rechtspsychologie FSP. Im Bereich forensische Begutachtung haben demnach ein forensischer Psychologe und ein forensi­scher Psychiater dieselbe Qualifizie­rung.

Wie wird man rechtspsychologischer Therapeut?
Der rechtspsychologische Psychotherapeut ist ein Fachpsychologe für Rechtspsychologie FSP, der zusätzlich den Fachtitel Fachpsychologe für Psychotherapie FSP erlangt hat oder ein eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut gemäss BAG ist, der sich zudem in seiner psycho­thera­peuti­schen Tätigkeit im rechtspsychologischen Bereich spezialisiert hat und den Anforderungen der SGRP nachkommt.

Macht ein Psychologe Gefährlichkeitseinschätzungen?
Psychologen erarbeiten durch ihre spezifischen Tätigkeiten (Persönlichkeitsdiagnostik, Risk-Assessment) die Grundlagen, die der Richterin helfen, Gefahren einzuschätzen.

Was ist ein Test?
Ein Test ist ein psychologisches Instrument, das mit psychologisch-wissenschaftlichen Metho­den erstellt worden ist. Die fachliche Anwendung eines Tests erfordert eine psycho­logische/fachliche Ausbildung mit entsprechendem Abschluss.
Tests sind standardisierte Vorgehen. Mit ihnen kann man bestimmte Daten zu einer Person gezielt erarbeiten. Diese Daten ermöglichen meistens statistische Aussagen (Ver­gleich mit Referenzgruppen, mehr oder weniger annähernde Aussagen zum Einzelfall), normalerweise werden Tests daher nicht allein, sondern in Kombination mit anderen Vorgehensweisen wie fachlichen Gesprächen angewendet.

 

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