Porträt

Die Schweizerische Gesellschaft für Rechtspsychologie (SGRP) vereinigt Psychologinnen und Psychologen, die als Psychotherapeuten, als Gutachter, als Forscher und Dozenten im Schnittbereich von Psychologie und Recht arbeiten. Sie fördert Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Mitglieder und die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen des Rechtswesens. 

[ Portrait in English ]   

Alle Mitglieder gehören auch dem Dachverband der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP an. Die SGRP/SSPL ist ein Gliedverband der FSP. Ihre Mitglieder sind der Berufsordnung der FSP und den Zusätzen der ethischen Richtlinien der SGRP verpflichtet.

Die wachsende Komplexität der Probleme im zwischenmenschlichen Bereich unserer Gesellschaft erfordert zunehmend Spezialisten, die eine Brücke zwischen dem Verständnis menschlicher Probleme und den Erfordernissen des Rechtssystems schlagen können. Diese Spezialisten verfügen über vertiefte Erkenntnisse über das menschliche Verhalten und Empfinden und können diese auch mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen in Zusammenhang bringen.

Die Rechtspsychologie nimmt sich zahlreicher gesellschaftlicher Probleme an:

  • Täterbegutachtung und Behandlung
  • Deviantes Verhalten von Jugendlichen und Erwachsenen
  • Gewalttätigkeit als Ausdruck von psychopathologischem oder von kriminellem Verhalten
  • Opferbegutachtung und Behandlung
  • Physische, sexuelle oder psychische Misshandlung von Erwachsenen und von Kindern
  • Gutachten im Straf- und Zivilrecht
  • Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen
  • Zivilrechtliche und psychologische Beurteilungen im Zusammenhang mit Scheidung, Besuchsrecht, Obhut der Kinder, Adoption
  • Wirkungsforschung
  • Erfassung der allgemeinen Abläufe innerhalb des Polizei- und Justizwesens, Verhaftung, Befragung, Untersuchung, psychologische oder psychiatrische Begutachtung, Rechtssprechung, Massnahmen- und Strafvollzug


Die Mitglieder der SGRP arbeiten in verschiedenen rechtspsychologisch relevanten Gebieten:

  • Als Gutachter übernehmen sie Aufträge von Justiz- und Zivilbehörden, um Erwachsene, Kinder und Jugendliche unter vorgegebenen Fragestellungen zu begutachten. Im Bereich des Zivilrechtes handelt es sich dabei vorwiegend um die Zuteilung der Kinder, Beurteilung der elterlichen Aufsichtsrechte, Besuchsrechte der Kinder nach Scheidungen der Eltern. Im strafrechtlichen Bereich geht es um den Grad der Verantwortungsfähigkeit des Täters (Einschränkungen der intellektuellen Fähigkeiten durch psychopathologische oder neuro- psychologische Faktoren), um Gefährlichkeitsprognosen zur Bestimmung der Vollzugsanstalt und bei Entlassungen aus dem Strafvollzug, Vorschlägen für Behandlungsmassnahmen, Feststellung der Glaubwürdigkeit der Opfer und der Zeugen.

    Begutachtungen erfolgen auch für die Invalidenversicherung, zur Abklärung der Militärdiensttauglichkeit, sowie für eidgenössische Personen-Sicherheitsprüfungen; verwaltungsrechtliche Begutachtungen kommen besonders bei der Beurteilung der so genannten Waffenfähigkeit in Frage. Bei der Begutachtung für Strassenverkehrsämter sind die fahrspezifischen Fähigkeiten sowie die charakterliche Fahreignung zu beurteilen.

  • Als Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten übernehmen sie angeordnete Massnahmetherapien mit Kindern, Jungendlichen und Erwachsenen. Sie arbeiten in Institutionen oder in eigener Praxis. Zu Handen der Auftraggeber erstellen sie Berichte über den Therapieverlauf.

  • Sie beraten Institutionen des Massnahme- und Strafvollzugs, engagieren sich im Kinder- und Jugendschutz und arbeiten auch an Programmen der Prävention und an Vorschlägen für Gesetzesänderungen mit.

  • Risk-Assessment an Schulen und in Betrieben, im militärischen Aushebungswesen, bei Polizeieinsätzen, beim Aggressionsmanagement und bei Interventionen in Institutionen.

  • Im Bereich der forensischen Kinder- und Jugendpsychologie werden minderjährige TäterInnen und Opfer begutachtet und therapiert. Weitere Aktivitäten können erfolgen im Kinder- und Jugendschutz, für die Prävention, als Begleitung sozialpädagogischer Massnahmen, Beratung von Jugendanwaltschaften bezw. -gerichten, Supervisionstätigkeit in sozialpädagogischen Teams und in Organen der Jugendstrafrechtspflege usw.

  • Bei den staatlichen Ordnungskräften sind zweiTätigkeitsbereiche zu nennen: Traditionellerweise sind Psychologen bei der Polizei in der Personalselektion und Personalweiterbildung tätig und sie beschäftigen sich mit der Bewältigung der berufsbedingten psychischen Belastungen der Polizeiarbeit. In neuerer Zeit nehmen Psychologen auch operative Tätigkeiten wahr, so z.B. in Situationen von Geiselnahmen oder in Aufträgen, in welchen offensichtlich psychisch oder geistig gestörte Personen involviert sind. In gewissen städtischen Sondereinheiten spezialisieren sich Polizeipsychologen auf Untersuchungsbefragungen oder für die Befragung von Kindern bei vermuteter sexueller Ausbeutung. Zudem beschäftigen sich gewisse Polizeipsychologen mit Fahndungsaufgaben wie dem Profiling, d.h. mit der Ausarbeitung von psychologischen Profilen von Tatverdächtigen bei unaufgeklärten Verbrechen.

  • Sie sind aktiv im Bereich der Opferhilfe oder der Mediation zwischen Opfern und Tätern. Es existieren zudem zahlreiche professionelle Gruppierungen, welche in Nischenbereichen tätig sind, in denen sich Psychologen mit Frauen beschäftigen, welche Opfer von häuslicher und/oder sexueller Gewalt geworden sind oder mit gewalttätigen Männern, usw.

  • Sie sind in der Lehre tätig in der Ausbildung von Psychologen, Sozialarbeitern, Medizinern und Personal des Straf- und Massnahmevollzugs, Sozialpädagogen etc. und in der Weiterbildung von Anwälten, Richtern und Mitgliedern der Justizbehörde.

  • Forschung: Planung, Entwicklung, Durchführung, Auswertung und Publikation wissenschaftlicher Studien an einzelnen Zentren und in nationalen und internationalen Forschungsverbünden. Unter anderem wird die Qualität der psychologischen Begutachtung überprüft, die Reaktionen und Bedürfnisse von Verbrechensopfern, Delikttypen können miteinander verglichen werden sowie die richterliche Entscheidungsfindung aus psychologischer Sicht analysiert, usw.

 


DESCRIPTION

The Swiss Society of Psychology and Law (SSPL) is composed of psychologists who operate professionally, research and teach in the field at the interface of Law and Psychology. The SSLP encourages ongoing training of its members as well as collaboration with professionals from the legal world.

All its members are licensed by the Swiss Federation of Psychologists (FSP) of which the SSPL is itself a chartered component. Members are held to the rules and regulations of the FSP and must further abide by the more stringent ethical code of the SSPL. 

Our society's complexity requires specialists in legal and forensic psychology capable of bridging the understanding of human problems and the constraints of the legal system. These specialists possess the necessary knowledge of the mutual influences of human behaviour and the web of juridical rules that regulate society as a whole. 

The forensic psychologist is interested in many social phenomena, such as: 

  • deviant behaviour by adults and juveniles
  • violence as an expression of psychological problems and criminal behaviour
  • dangerousness and its prediction
  • sentencing and commitments of all types
  • physical, sexual and psychological abuse of adults and children
  • the credibility of victims and witnesses
  • issues pertaining to competence and the exercise of civil rights, as well as the modalities of their legal suspension
  • situations of divorce (guardianship, visitation rights, personal relations, etc.) and adoption
  • competency, the exercise of individual civil rights, and their suspension
  • forensic evaluations, psychological testing and/or treatment of all persons in contact with the judicial world
  • the inner working of organisations, such as the police, the courts and the pre/post trial institutions

SSPL members work in various fields of activity as:

  • forensic mental health experts serving the judicial system by performing evaluations on adults and minors at the request of the courts at all levels of jurisdiction. Amongst others, these evaluations include, in the civil judicial sphere, reporting on issues of guardianship and custody and visitation rights; and in the criminal justice system evaluating issues such as criminal responsibility, prediction of dangerousness, victim credibility, intellectual, neuropsychological and psychopathological dysfunctions, and the assessment of recourse to court-ordered case management and treatment.
    Evaluations are also required with regard to disability claims, the capacity to serve in the military, as well as the examination of individuals' security; within the administrative realm as well, in particular regarding the right to hold a firearm permit. Evaluations for the motor vehicle departments require that an assessment be made of the capacity to operate a vehicle and respect the various safety and driving codes.
  • clinicians/therapists, in institutions or in private practice, working with and reporting on adult and juvenile clients who are court-ordered to submit to treatment or other forms of social control
  • consultants providing analysis and advice in numerous institutions related to the judicial world, sentencing authorities, child protection services, etc., as well as in prevention programs and legislative task forces.
  • risk assessment in schools or companies, or when there are military or law enforcement deployment, management of violent incidents in institutions
  • legal psychologists with children and adolescents to conduct evaluations with juvenile offenders or victims. Other activities in this sector concern child protection, prevention, carrying out judicial socio-educational decisions, advising youth courts, supervising social workers and health care professionals in youth detention facilities or rehabilitation institutions
  • therapists for victims or mediators between victims and offenders. Many professional groups operate in this sector, in which psychologists contribute to the care of women victims of physical and/or sexual violence
  • teachers in the continued education of psychologists, social workers, physicians, professionals working in the prison system at large, lawyers, judges, etc.
  • research scientists involved in national and international projects. For, researchers evaluate the quality of forensic evaluations, examine the reactions and needs of victims of crime, compare different types of offences, analyse judicial decisions from a psychological standpoint, etc.

 

 

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